Das schlechte Gewissen – oder: Ein Weg in die Selbstbestimmung

Ich habe im letzten Monat gerade mal einen Artikel geschrieben und das obwohl mich die Inspiration mit vielen Ideen für Artikel geflutet hat und ich auch mehrere Artikel angefangen hatte, aber die meisten sind immer noch als Entwürfe gespeichert und nicht fertig gestellt. Zuvor konnte ich es nicht bennenen, was mich daran hinderte, weiterzuschreiben. Doch heute kam mir die Einsicht. Die Ursache für meine "Schreibblockade" ist das schlechte Gewissen.

Mit meinem Blog habe ich die Absicht, über meine Erfahrungen zu schreiben und darüber, wie man in meiner Wahrnehmung schmerzhafte Erlebnisse, Verstrickungen und körperliche Schmerzen transformieren kann. Wie Heilung auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene wieder Einkehr finden kann. Dazu schreibe ich über Erfahrungen aus meinem Leben, die ich als schmerzhaft erlebt habe. in diesem Zusammenhang erlwähne ich auch Begebenheiten, die in meiner Kindheit und in meinem Familiensystem vorgefallen sind. Und da setzt das schlechte Gewissen ein.  Zum ersten mal hatte ich mich bewusst mit dem Gewissen durch das systemische Familienstellen nach Bert Hellinger beschäftigt. So heißt es da, dass eine Person ein gutes Gewissen hat, wenn es so handelt und denkt, wie es auch die restliche Familie tut, das Sippengewissen, und dass sie ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie anders handelt und denkt als das Sippengewissen. Um erwachsen zu werden, gehört es auch dazu, ein schlechtes Gewissen zu haben und es auch auzuhalten, denn sonst schwimmt man immer im gleichen Teich, ohne jemals den Ozean gesehen zu haben.

Wer hat das schlechte Gewissen? Es ist das Kind, oder wenn wir erwachsen sind, das innere Kind. Das Kind möchte zu seinen Eltern und zu seiner Sippe dazu gehören, da es auf diese ja in der ersten Zeit immens angewiesen ist. Das Gewissen erfüllt somit eine Art Schutzfunktion, damit das Kind seine Eltern und seine Sippe imitiert und auf diesen Weise selbst zu einem Erwachsenen wird, der in der Lage ist, für sich selber sorgen. Wenn nun der Erwachsene über sich hinauswächst und in gewissen Sinne auch über seine Sippe, dann bekommt er ein schlechtes Gewissen. Denn mit einer eigenen Meinung und anderen Ideen, als sie die Familie hat, entfernt er sich von der Familie. Ist der Erwachsene mit seiner Sippe in Liebe verbunden, kann er das schlechte Gewissen aushalten. Er kann mit Dankbarkeit nehmen, was ihm gegeben wurde, daraus etwas Neues machen und seinen eigenen Weg gehen. Ist der Erwachsene hingegen mit seiner Sippe verstrickt, kann er das schlechte Gewissen nicht aushalten und bleibt Kind. Doch mehr noch, er bleibt nicht nur innerlich ein Kind, sondern kann seiner Bestimmmung im Leben nicht folgen.  Auf diese Weise entsteht Stillstand, der weder dem System noch dem Individuum, dem Erwachsenen dient.

Wie kann ich also, um auf mein eigenes schlechtes Gewissen zurückzukommen, weitermachen?

Hier folgt nun eine kleine innere Familienaufstellung. Ich lade dich ein, mitzumachen wenn du das möchtest:

Ich schließe die Augen und stelle mir meine Eltern vor, wie sie mir gegenüberstehen.

Ich verneige mich innerlich vor meinen Eltern, vor meinen Großeltern, meiner gesammten Familie und meinen Ahnen…

Und sage: Danke für alles, was ich von euch bekommen habe … Ich werde euch zu Ehren etwas daraus machen …

Dann blicke ich über meine Sippe hinaus auf die unendliche Quelle … Da habe ich meinen Ursprung … Da ist mein wahres zuhause …

Ich spüre wie mich diese Quelle mit all meiner Sippe verbindet und mir meine Sippe genauso wie sie ist zu meinem Wachstum schenkt …

Ich sage:

" Danke …

Ich liebe euch …

Es tut mir leid für meinen Hochmut …

Bitte verzeiht mir …

Ich bitte um euren Segen für meinen Lebensweg …

Schaut bitte freundlich auf mich, wenn ich das beste aus meinem Leben mache …. "

Lass es wirken und spüre in dir eine Verbundenheit und zugleich eine Freiheit …

Und so schreibe ich weiter in meinem Blog und teile, was mir hilft zu heilen. Es ist nicht mein Anliegen, mit dem Finger auf meine Eltern zu deuten und sie zu Schuldigen an meinem Schmerz zu machen. Ich habe sehr vieles als schmerzhaft erlebt, und ich habe sie als meine Eltern, als meine spirituellen Lehrer gewählt. Hier liegt meine Verantwortung. Mein Anliegen ist zu zeigen, wie alles mit allem verbunden ist und wie wir nur gemeinsam heilen können, ohne dass man sich in Schuldzuweisungen verliert, sein Leben als Opfer vergeudet oder sich zum Retter macht. Die Verbundenheit in Freiheit ermöglicht mir, mein Leben selbstbestimmt zu gestallten und mich von einem schlechten Gewissen auf meinem Weg des spirituellen Wachstums nicht aufhalten zu lassen …

Heute möchte ich meinen Blogpost mit einem ZItat von Friedrich Nietzsche beenden, das mir zu diesem Thema sehr passend erscheint ….

 

"So lange das gute Gewissen Herde heißt, sagt nur das schlechte Gewissen: Ich."

 

Mahalo & Aloha

 

Angelina Pau Hana

 

 

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Schreibblockade

Hadern mit der Mutter

Als ich mich heute wirklich elendig fühlte, bat ich meinen Freund, für mich zu channeln.

Das Channeling hat mir viele Einsichten und viel Heilendes gebracht.

Unter anderem ging ich einen weiteren Schritt zur Heilung der Beziehung mit meiner Mutter.

Ich konnte sehen, dass ich schon seit ich ein kleines Mädchen war, immer besser sein wollte als sie. Besser als Frau, eine bessere Partnerin und nun auch eine bessere Mutter. Ich wollte besser aussehen und wollte erfolgreicher sein als sie, denn wer will schon wie seine Mutter putzen gehen. Ich wollte Dinge anders machen als sie, eben besser.

Was passiert in der Seele bei solch einer Einstellung zu eigenen Mutter? Auf der Seelenebene liebe ich meine Mutter, ganz gleich, was sie getan hat, ganz gleich wie schmerzvoll ich die Beziehung mit ihr erlebt habe. Wenn ich sie nun ablehne und mich über sie erhebe, dann nähere ich mich ihr noch mehr an. Ich werde ihr immer ähnlicher. Warum? Weil die Seele keinen Ausschluss erlaubt. In der Liebe gibt es kein besser oder schlechter. Es ist alles EINS.

Wie sah nun mein Leben aus bisher?

Ich habe neben dem Studium und danach mehrere Jahre geputzt!

Meine Mutter ist ausgebildete Bäckerin und ich habe 2 Jahre lang in einem Biosupermarkt als Bäckereifachverkäuferin gearbeitet.

Meine Mutter hat seit meiner Geburt MS und ich habe zwei Jahre lang eine behinderte Frau gepflegt, die meiner Mutter zum verwechseln ähnlich sieht.

Meine Mutter hat Multiple Sklerose und ich habe ständig irgendwelche Beschwerden. Alles nicht gravierend, aber doch immer wieder schmerzhaft und es kostet viel Energie.

Meine Mutter war oft sehr hart zu uns Kindern und das ein oder andere mal habe ich mich in meiner Erschöpfung auch hart gegenüber meinem Sohn gefühlt.

Meine Mutter hatte Schwierigkeiten in der Beziehung mit ihrem Mann und ich durfte ähnliches erfahren.

Meine Mutter war auf ihre Art arrogant und das bin ich auch.

Meine Mutter hat nichts eigenes gemacht und es ich lege mir nun schon seit mehreren Jahren selber Steine in den Weg bei dem Versuch, mit meiner Arbeit in die Öffentlichkeit zu gehen.

Manchmal werde ich mir dessen bewusst, dass ich den gleichen Gesichtsausdruck wie sie habe oder die gleiche Geste, sogar den gleichen Tonfall.

Und es gibt noch mehr Ähnlichkeiten….

Erst fühlte ich mich hilflos damit und zugleich wütend. Doch was ist der Weg zur Heilung, der zum Ende der Wiederholung schmerzhafter Erfahrungen oft von Generation zu Generation?

Ich tat folgendes und wenn du auch eine schwierige Beziehung zu deiner Mutter hast, lade dich ein, mitzumachen (schließe dabei die Augen, stelle dir deine Mutter, deine weiblichen Verwandten und Ahnen vor und sage folgendes):

 

"Liebe Mama, ich bin so wie du. Ich bin nicht besser als du.

LiebeTanten, Omas und meine ganze weibliche Linie: ich bin so wie ihr, nich besser als ihr.

Es tut mir leid für meine Anmaßung. Bitte verzeiht mir.Ich liebe und danke euch, für alles, was ich von euch bekommen habe und ich durch euch lernen dürfte.

Ich liebe euch mit all euren Stärken und eure Schwächen und nur gemeinsam können wir heilen. Ich verneige mich tief vor euch und gebe euch die Ehre.

Danke…

Ich bitte euch um euren Segen …"

 

Danach fühlte ich mich voller, friedlicher und erleichtert.

Ich sage nicht, dass diese kleine Meditation nun die Beziehung mit meiner Mutter nun komplett geheilt hat, aber es pflazt einen Samen der Heilung und Aussöhnung in der Seele und somit auch in meinem Leben. Je öfter ich diese innere Haltung und Liebe zu ihr übe, desto mehr werde ich mit ihr und meinen weiblichen Ahnen in Frieden sein. In der liebevollen Verbidnung mit ihnen bin ich frei für eigenes mein Leben und meine Seele kann ihr Potential erblühen lassen  ….

 

Mahalo & Aloha

 

Angelina Pau Hana

Unerlöste Eltern-Kind-Beziehung

Wir alle haben Eltern :)

Und viele von uns, oder die meisten von uns, wie ich bisher beobachten konnte, haben auf die eine oder andere Weise Schwierigkeiten mit unseren Eltern.

Wie wirkt sich das im Leben aus?

Wir wachsen auf und erleben unsere Eltern auf eine bestimmte Art und Weise. Wir haben Bedürfnisse und unsere Eltern sind mehr oder weniger in der Lage diese zu erfüllen.

Das fängt schon im Bauch der Mutter an. Erleben wir sie als glücklich und in freudiger Erwartung der Geburt, was uns ein Gefühl von Geliebt- und Willkommensein gibt, oder ist sie eher angespannt, gestresst und ängstlich, so dass wir uns ungeliebt und verloren fühlen?

Dann schlüpfen wir in diese Welt und haben noch mehr Bedürfnisse. Dabei sind wir höchst auf unsere Bezugspersonen angewiesen.

Wir haben Hunger und weinen. Wie schaut uns die Mutter an? Liebevoll und in Vorfreude auf die innige Verbindung, die sie zutiefst beim Stillen ihres kleinen Engels genießt oder eher genervt, da sie alleine den Haushalt schmeißen muss und ihr zu allem Überfluss die Brustwarzen vom Stillen weh tun? Was bewirkt die eine oder andere Reaktion unsere Mutter in uns?

Wir wachsen und entdecken immer mehr die Welt. Wir strecken unsere Ärmchen aus und wollen alles entdecken und anfassen. So greifen wir im Vorbeigehen auf dem Arm der Mutter nach einer Vase, die zu Boden fällt und zerschellt. Wie reagiert sie nun? Lacht sie und lässt innerlich los, da sie weiß, dass alles vergänglich ist und freut sich an unserer Beweglichkeit oder schimpft sie mit uns, legt uns ab und wir verstehen die "Welt" nicht mehr, da wir noch nicht in der Lage sind, in Kategorien von "gut" und "böse" zu denken? Fühlen wir uns ungeliebt?

Wir reifen immer mehr, entdecken das "Ich", unser Körper wandelt sich und unsere Bedürfnisse. Wir wollen uns abgrenzen und "unser eigenes Ding" machen.

Wie reagieren da die Eltern? Sind sie noch verstrickt mit ihren Eltern und tragen die Wunden ihrer Kindheit in sich, so dass sie ihre Kinder bremsen und in eine bestimmte Richtung lenken oder sind sie mit sich und ihren Eltern im Reinen und können folgend ihrer Inspiration liebevoll auf ihre Kinder eingehen und ihnen zeigen, wie sie ihre Flügel benutzen können, um das Nest zu verlassen?

Auf diese Weise konstruieren wir uns nach und nach ein bestimmtes Bild von den Eltern und projizieren es meist unbewusst auf unsere Umwelt.

So ist die Welt oder Gott oder die Gesellschaft oder der Vater Staat meist ungerecht oder böse oder, oder … Alles innere Bilder unserer verletzten innerer Kinder, die sich nicht geliebt, nicht angenommen und gesehen gefüllt haben.
Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass wir die Welt und unsere Mitmenschen nur so sehen, wie unser inneres Kind sich noch ungeliebt, verletzt und manipuliert fühlt, dann kann Heilung in unserer "Weltsicht" Fuß fassen. Erst wird es schmerzhaft, denn wir stülpen unseren inneren Schmerz nicht mehr nach außen und klagen, was andere alles falsch machen, sondern wir übernehmen Verantwortung für unsere Emotionen und unseren Schmerz. Wir sehen, dass wir uns im Außen nur deshalb schmerzhafte Erfahrungen erschaffen, da dieser Schmerz so sehr nach außen drängt, damit er endlich gesehen und geheilt werden kann.  Aus dieser Erkenntnis heraus kann Dankbarkeit folgen für den Mitmenschen, der uns vermeintlich verletzt, denn er spiegelt uns nur unseren eigenen Schmerz und hilft uns, zu heilen. Nun können wir uns dem Schmerz und unserem inneren Kind zuwenden und es endlich in Liebe annehmen …

So heilt der innere Schmerz und die Welt im außen wandelt sich auch, ganz von alleine und ohne viel vergebliche Anstrengung …

So kann derjenige, der einen anderen als "tyrannisch" ansieht, überprüfen, wen er schon vorher als tyrannisch erlebt hat … Wo ist die eigentliche Quelle dieses Schmerzes? Und wie verhält sich mein Gegenüber wirklich? Vielleicht begegnet mir in ihm Liebe getarnt als "tyrannisches Verhalten", das dazu dient, dass ich meinen Schmerz endlich annehme und heile …

Sei verbunden und frei ….

 

Mahalo & Aloha

 

Angelina Pau hana