Der Dämon Kratie, oder: Wie frei ist der Mensch in der Demokratie?

Ich war in meinem ganzen Leben ein einziges mal wählen. Es war kurz nach meinem 18ten Geburtstag und ich tat es meinen Vater zu Liebe. Er glaubte damals, dass es etwas verändert. Ich war mir damals schon unsicher. Mein Eindruck war, dass es kein gemeinsames für einander war, sondern ein Gegeneinander der Parteien, um dem Menschen die Illusion von einer "Wahlmöglichkeit" zu geben. Darüberhinaus bin ich mittlerweile zur Einsicht gekommen, dass kein einziger Politiker in der Lage ist, irgendetwas zu verändern. Wie Dieter Hildebrandt es mal so prägnant zum Ausdruck brachte: "Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt." Dem stimme ich zu 100 % zu. Darüberhinaus ist meine Wahrnehmung, dass die sogennate Demokratie dem Menschen suggerieren soll, er hätte eine Wahl und könnte durch die Abgabe seiner Stimme etwas verändern. Doch nicht umsonst kommt es immer mehr zu Politikverdrossenheit bei so vielen Menschen, insbesondere bei den nachfolgenden Generationen. Die Bevölkerung, ob in Deutschland oder in einem anderen demokratischen Staat, kommt langsam dahinter, dass sich nichts wesentlich zum Besseren verändert, ganz gleich welche Farbe oder welche Richtung an der Macht ist. Im Gegenteil, die sogennanten sozialeren oder umweltbewussteren Parteien sorgen nur für noch mehr gesellschaftlichen und globalpolitischen Niedergang. Als in Deutschland die Grünen endlich in der Regierung saßen, haben sie so gleich einen Krieg in Jugoslawien begonnen und haben auch nicht wie versprochen die Atomkraftwerke abgeschaltet, um nur ein Beispiel zu nennen. Meine Meinnung ist auch, solange die politsche Macht so sehr auf wenige einzelne konzentriert ist, es niemals eine zufriedenstellende Lösung für irgendjemanden geben wird. Der Mensch gibt seine Stimme ab und erwartet, dass jemand anderes etwas gutes macht. Die globale ökologische und politische Situation zeigt deutlich, dass es die Aufgabe eines jeden einzelnen ist, Verantwortung für seine Zukunft, für sein Befinden und für die Erde zu übernehmen. Wie ich in meinem Blog schon öfter kundgetan habe, fühle ich mich zutiefst inspiriert von der sibirischen Einsiedlerin Anastasia" und bin auch zu der Einsicht gekommen, dass die Lösung so vieler kleiner und großer Probleme darin liegt, dass jeder Mensch ganz gleich in welchem Land er lebt, sich einen Hektar Land nehmen sollte, um für sich und seine Familie, seine Ahnen und seine Nachkommen eine eigene Heimat aufzubauen, sich selbst zu versorgen, und um dadurch sein seelisches Chaos und das Chaos auf der Erde zu heilen. Dem Thema Familienlandsitz werde ich bei Gelegenheit einen eigenen Artikel widmen. Hier möchte ich noch eine Passage aus dem Buch 8 A von Wladimir Megre über Anastasia zitieren, in der sie die andere Seite der Medallie "Demokratie" erleuchtet. Sie erzählt eine Geschichte:

 

– Der Dämon Kratie –


"Langsam gingen die Sklaven hintereinander her, jeder von ihnen trug einen geschliffenen Stein. Vier solcher Reihen, jede anderthalb Kilometer lang – von den Steinpolierern bis zu der Stelle, wo die Festungsstadt gebaut wurde – wur­den von Wächtern streng behütet. Auf zehn Sklaven kam ein Wächter. Auf der Seite der Sklaven saß auf einem dreißig Meter hohen, aus geschliffenen Steinen errichteten Hügel der Hohepriester Kratie. Vier Monate lang hatte er schwei­gend das Geschehen beobachtet. Niemand störte ihn, niemand wagte auch nur, seine Gedanken durch einen Blick zu unterbrechen. Für die Sklaven und die Wächter war der künstliche Hügel ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Landschaft. Und dem Menschen, der da oben mal reglos auf seinem Thron saß und mal auf der Gipfelplattform des Hügels umherging, schenkte schon niemand mehr Beachtung. Kratie hatte die Aufgabe übernommen, den Staat umzugestal­ten, um die Macht der Priester über die Menschen dieser Erde auf Jahrtausende hinaus zu festigen und sie alle, einschließlich der so genannten Herrscher, zu Sklaven der Priester zu machen.

Einmal stieg Kratie nach unten und ließ seinen Doppelgänger auf dem Thron Platz nehmen. Der Hohepriester selbst wechselte seine Kleidung und nahm seine Perücke ab. Dem Oberwächter befahl er, ihn wie einen gewöhnlichen Sklaven in Ketten legen zu lassen und ihn in die Sklaven einzureihen, hinter einem jungen, kräftigen Burschen namens Nard.

Kratie hatte den Sklaven ins Gesicht geschaut, und ihm war aufgefallen, dass Nard einen forschenden, wertenden Rück hatte, nicht einen ruhelosen oder abgestumpften Blick wie die meisten anderen. Nards Gesicht machte mal einen nachdenklichen, konzentrierten Eindruck, dann wieder sah er erregt aus. "Das bedeutet, er denkt über einen Plan nach", hatte der Hohepriester überlegt und wollte sich nun davon überzeugen, inwieweit er mit seiner Beobachtung Recht hatte.

Zwei Tage lang ging Kratie Steine schleppend hinter Nard her, saß während des Essens neben ihm und schlief neben ihm auf der Pritsche. In der dritten Nacht dann, als gerade das Kommando zum Schlafen gegeben worden war, drehte er sich zu dem jungen Sklaven um und flüsterte verbittert vor sich hin: 'Soll es denn das ganze Leben so weitergehen?'

Der Priester sah, dass der junge Sklave aufzuckte und ihm sogleich sein Gesicht zuwandte. Die Augen des Sklaven glänzten, ja funkelten im trüben Fackellicht der großen Baracke.

'Es wird nicht mehr lange dauern. Ich habe einen Plan. Und du, Alter, kannst mitmachen, wenn du magst', flüsterte ihm der junge Sklave zu.

'Was für einen Plan?', fragte der Priester scheinbar gleichgültig und mit einem Seufzer.

'Du und ich, wir beide werden schon bald frei sein. Überleg mal, auf zehn Sklaven kommt jeweils ein Wächter. Ebenso gibt es einen Wächter für fünfzehn Sklavinnen, die kochen und nähen. Wenn wir uns zu einem abgemachten Zeit-punkt alle gemeinsam auf die Wächter stürzen, können wir sie überwältigen. Sie sind zwar bewaffnet, aber wir haben unsere eisernen Ketten. Wir können sie wie eine Waffe einsetzen und uns damit ihrer Schwertstreiche erwehren. Wir werden alle Wächter entwaffnen, sie fesseln und ihnen die Waffen abnehmen.'

'Ach', seufzte Kratie teilnahmslos, 'ich glaube, dein Plan ist nicht sehr gut durchdacht. Mag sein, dass wir die Wächter überwältigen können, aber der Herrscher wird schon bald neue Wächter schicken, vielleicht sogar eine ganze Armee, und die werden den Sklavenaufstand blutig niederschlagen.'

'Daran habe ich auch gedacht, Alter. Wir müssen einen Zeitpunkt wählen, wenn die Armee nicht da ist. Und bis dahin ist es nicht mehr lang. Wie wir sehen, bereitet sich die Armee auf einen langen Marsch vor. Sie haben Proviant für drei Monate Marschzeit herbeigebracht. In etwa drei Monaten werden sie zur geplanten Stelle kommen und eine Schlacht schlagen. In der Schlacht werden sie viele Männer verlieren, aber sie werden siegen und viele neue Sklaven mitbringen. Schon jetzt werden Baracken für ihre Unterbringung gebaut. Wirsollten die Wächter entwaffnen, sobald die Armee unseres Herrschers mit der anderen Armee in den Kampf verwickelt ist. Die Boten werden einen Monat brauchen, um die Kunde vom Aufstand und den Befehl zur sofortigen Rückkehr zu überbringen. Die geschwächte Armee wird mindestens noch einmal drei Monate bis hierher unterwegs sein. Wir werden also vier Monate Zeit haben, uns für die Begegnung mit ihnen zu rüsten. Zahlenmäßig werden wir den Soldaten nicht unterlegen sein, denn die neuen Sklaven werden sich auf unsere Seite schlagen, wenn sie sehen, was geschehen ist. Nein, nein, Alter, ich habe schon alles gut durchdacht.'

'In Ordnung, junger Mann, angenommen, dein Plan funktioniert und es gelingt dir, die Wächter zu entwaffnen und die Armee zu bezwingen', sagte der Alte schon etwas munterer, 'aber was werden die Sklaven dann machen, und was soll mit dem Herrscherhaus, mit den Wächtern und den Soldaten geschehen?'

'Mit dieser Frage habe ich mich noch nicht so sehr beschäftigt, aber bis jetzt habe ich folgende Idee: Wer heute ein Sklave ist, soll dann kein Sklave mehr sein – und umgekehrt', überlegte Nard laut, wenngleich er davon nicht völlig überzeugt zu sein schien.

'Und was soll mit den Priestern geschehen? Sag, sollen sie nach deinem Plan Sklaven sein oder nicht?'

'Die Priester? An die habe ich gar nicht gedacht! Aber ich nehme mal an, sie sollen ruhig bleiben, was sie sind. Sowohl die Herrschenden als auch die Sklaven gehorchen ihnen. Es ist nicht immer leicht, sie zu verstehen, aber ich halte sie für unschädlich. Sollen sie ruhig weiter von den Göttern erzählen! Was aber unser Leben betrifft, so haben wir ihren Rat nicht nötig.'

'Haben wir ihren Rat nicht nötig … soso, na gut', antwortete der Hohepriester, gähnte laut und drehte sich auf die Seite.

In dieser Nacht konnte Kratie jedoch nicht schlafen. Er dachte nach. 'Das Einfachste wäre natürlich', so überlegte er, 'den Herrscher über das Gespräch zu unterrichten und den jungen Sklaven festzunehmen. Das wird das Problem aber nicht lösen. Die Sklaven werden immer den Wunsch nach Freiheit haben. Es wird neue Anführer geben, die neue Pläne entwickeln, und somit wird die Hauptgefahr für den Staat immer im Staate selbst wohnen.'

Kratie war mit der Aufgabe betraut worden, einen Plan zur Knechtung der ganzen Welt zu erdenken. Und er erkannte: Mit physischer Gewalt allein war das Ziel nicht zu erreichen. Jeder Mensch und jedes Volk musste psychologisch beeinflusst werden. Der Mensch musste in seinem Bewusstsein umgepolt werden, sodass er dachte: Die Sklaverei ist der höchste Segen. Es musste ein Programm her, um das Wissen aller Völker und ihre Orientierung in Raum und Zeit gründlich zu verwirren – vor allem aber ihre Wahrnehmung der Realität. Kraties Verstand arbeitete immer schneller. Allmählich schwand ihm die Wahrnehmung seines Körpers und damit auch der Ketten an seinen Händen und Füßen. Und auf einmal hatte er einen Geistesblitz. Das Programm, nach dem er suchte, manifestierte sich vor seinen Augen – noch etwas verschwommen, aber doch deutlich spürbar in seiner atemberaubenden Größe. Kratie sah sich als Alleinherrscher der ganzen Welt.

Der Priester lag auf seiner Pritsche, gefesselt an eiserne Ketten, doch in Gedanken war er ganz woanders: 'Morgen früh, wenn alle zur Arbeit geführt werden, werde ich dem Leiter des Wachtrupps das verabredete Zeichen geben, und er wird mich aus dem Sklavenzug wegführen und mir die Ketten abnehmen lassen. Dann werde ich mein Programm ausarbeiten, ein paar Worte sprechen … und der Wandel der Welt wird seinen Lauf nehmen. Unglaublich! Nur ein paar Worte, und die ganze Welt wird sich meinem Plan unterwerfen. Tatsächlich, Gott gab dem Menschen die Kraft des Geistes, und im ganzen Universum gibt es keine Kraft, die ihr gleichkommt. Durch diese Kraft werden Worte geschaffen, die wiederum das Rad der Geschichte verändern können.

Eine sehr günstige Gelegenheit, die sich mir da bietet: Die Sklaven planen einen Aufstand – durchaus kein unrealistischer Plan. Ich würde sogar sagen, dieser Plan könnte ihnen recht gute Zwischenergebnisse bescheren. Aber nur ein paar Worte von mir, und ich werde nicht nur die Sklaven selbst, sondern auch ihre Nachkommen und sogar die Herrscher der Sklaven auf Jahrtausende hinaus in die Knie zwingen.'

Am nächsten Morgen nahm der Leiter der Wache Kratie auf dessen Zeichen hin die Ketten ab. Und bereits am folgenden Tag waren die anderen fünf Hohepriester und der Pharao auf die Beobachtungsplattform Kraties eingeladen. Vor dieser Versammlung begann Kratie seine Rede: 'Was ihr jetzt von mir hören werdet, soll von niemandem aufgezeichnet oder weitererzählt werden. Um uns gibt es keine Wände, und niemand außer euch wird unser Gespräch mithören. Ich habe einen Plan erdacht, um alle Menschen auf Erden zu Sklaven des Pharaos zu machen. Dieses Ziel ist nicht einmal mit sehr großen Armeen und ausgiebigen Kriegen zu erreichen. Ich jedoch werde dies mit nur wenigen Worten erreichen. Lasst nur zwei Tage verstreichen, und ihr werdet euch mit eigenen Augen überzeugen können, wie die Welt sich zu verändern beginnt. Seht dort unten die Sklaven: In langen Reihen schleppen sie Steine. Sie werden von vielenSoldaten bewacht. Wir haben immer gedacht: je mehr Sklaven, desto besser für den Staat. Doch je mehr Sklaven es gibt, desto mehr muss man sich vor einem Aufruhr fürchten. Was tun wir? Wir verstärken die Bewachung. Wir sind gezwungen, sie gut zu ernähren, sonst können sie die schwere körperliche Arbeit nicht leisten. Dennoch sind sie faul und neigen zur Rebellion. Seht, wie langsam sie sich bewegen, doch diese unfähigen Wachen peitschen nicht einmal die gesunden, starken Sklaven. – Aber sie werden sich viel schneller bewegen. Und Wächter werden wir gar nicht mehr brauchen. Wir werden sie ebenfalls zu Sklaven machen. Glaubt mir, das ist zu schaffen. Noch heute vor Sonnenuntergang sollen die Herolde eine Verordnung des Pharaos verlesen, in der es heißt: «Mit Anbruch des morgigen Tages soll allen Sklaven volle Freiheit gewährt werden. Für jeden Stein, den ein freier Bürger in die Stadt liefert, soll er eine Münze bekommen. Die Münzen kann er tauschen gegen Nahrung, Kleidung, eine Behausung, einen Palast in der Stadt oder sogar eine eigene Stadt. Von nun an seid ihr alle freie Bürger!»'

Nachdem die Hohepriester sich die Worte Kraties durch den Kopf hatten gehen lassen, meinte der Älteste von ihnen: 'Du bist ein Dämon, Kratie. Die von dir beabsichtigte Dämonie wird viele Völker beherrschen.'

'Wenn ich ein Dämon bin, dann sollen in Zukunft die Menschen meine Idee Demokratie nennen.'

Die Verordnung wurde bei Sonnenuntergang den Sklaven vorgelesen. Diese waren so erstaunt, dass sie aus lauter Vorfreude auf ihr neues, glückliches Leben nicht einschlafen konnten.

Am Morgen des nächsten Tages stiegen die Hohepriester und der Pharao erneut auf die Plattform des künstlich angelegten Hügels. Das Bild, das sich ihren Blicken bot, verblüffte sie vollends. Tausende von Menschen, die ehemaligen Sklaven, schleppten unermüdlich und voll Tatendrang die gleichen Steine wie zuvor. Sie schwitzten, und einige trugen sogar zwei Steine. Andere, die nur einen Stein trugen, liefen so schnell, dass sie dabei Staub aufwirbelten. Auch einige Wachsoldaten schleppten jetzt Steine. Die Menschen, die sich nun für frei hielten, da man ihnen ja die Ketten abgenommen hatte, waren bestrebt, möglichst viele der heiß begehrten Münzen zu verdienen, um sich eine glückliche Zukunft aufbauen zu können.'

 

 Kratie verbrachte noch einige Monate auf seinem Thron und sah mit Befrie­digung dem regen Treiben am Fuße seines Hügels zu. Die Veränderungen waren umwerfend. Ein Teil der Sklaven hatte sich zu kleinen Gruppen zusammenge­schlossen. Sie hatten Karren gebaut, auf die sie die Steine aufluden und die sie unter großer Anstrengung vorwärts stießen.



'Sieh an, wie erfinderisch sie sind!', dachte Kratie zufrieden. 'Jetzt gibt es schon erste Dienstleistungen: Wasserträger und Essensverkäufer. Einige Sklaven wollen keine Zeit für den Weg zur Baracke verschwenden, um dort etwas zu essen, und so zahlen sie andere dafür, ihnen Erfrischungen und Nahrung zu bringen. Und siehe da, Ärzte gibt es auch! Sie behandeln Steinträger, die Hilfe benötigen, während der Arbeit und werden dafür mit Münzen bezahlt. Auch haben sie jemanden dazu eingesetzt, den Verkehr zu regeln. Bald werden sie sicher auch Vorgesetzte und einen Richter wählen. Sollen sie nur! Sie halten sich für frei, aber im Grunde hat sich nichts geändert. Sie schleppen weiter Steine … wie früher.'

***

(anschließend geht das Gespräch zwischen Anastasia und Wladimir weiter)

(Anastasia) So laufen sie nun schon seit Jahrtausenden durch den Staub und schleppen im Schweiße ihres Angesichts die schweren Steine. Und die heutigen Nachkom­men dieser Sklaven machen es ihnen munter nach …"

"Du meinst damit wahrscheinlich die einfachen Arbeiter, Anastasia, nicht wahr? Meinetwegen, da will ich dir Recht geben. Aber Betriebsleiter, Beamte und Unternehmer sind ganz sicher nicht den Sklaven zuzurechnen."

"Du siehst da also Unterschiede, Wladimir. Könntest du bitte ausführen, worin diese Unterschiede bestehen?"

"Darin, dass einige schwere Steine schleppen oder sich sonst wie abrackern wie Sklaven. Andere hingegen leiten diese Schlepperei beziehungsweise den Produktionsprozess, um einen zeitgemäßen Ausdruck zu gebrauchen."

"Aber diese Leitung ist doch auch eine Arbeit. Oft ist sie sogar noch schwie­riger als das Tragen der Steine."

"Nun gut, in gewissem Sinne ja. Unternehmer müssen mehr denken. Ihr Kopf ist von morgens bis abends mit der Arbeit beschäftigt. Aber was ist mit Pharaonen, Präsidenten und Kanzlern – sind sie etwa ebenfalls Sklaven?"

"So ist es. Auch die Priester, die an dieser fatalen Intrige beteiligt waren, wurden Sklaven." 

"Aber wenn auch die Priester Sklaven sind, wer sind dann die Sklavenhalter?"

"Die künstliche Welt, die von den Menschen erschaffen wurde. Und die Wächter sitzen meist im Innern der Menschen und peitschen sie dazu an, mehr Geld zu verdienen."

"Das Ganze ergibt ja ein recht tristes, aussichtsloses Bild. In den vergangenen Jahrtausenden sind ganze Weltreiche entstanden und untergegangen, Religionen und Gesetze haben sich gewandelt, doch im Grunde hat sich nichts geändert, denn nach wie vor ist der Mensch ein Sklave. Lässt sich denn wirklich nichts tun, um diese Lage zu ändern?"

"Doch."

"Was? Und wer könnte das tun?"

"Ein Bild."

"Was denn für ein Bild?"

"Ein neues Leitbild, das den Menschen eine neue Weltsicht vermittelt. Überlege mal, Wladimir, die Menschen, die heute kraft ihres Geldes die Welt beherrschen, denken, nur Macht und Geld könnten dem Menschen zu Glück verhelfen. Und die meisten Menschen, die danach streben, Geld zu verdienen, sind ebenfalls davon überzeugt. Aber oft – sogar sehr oft – leiden gerade die Gewinner dieser sinnlosen Hetzjagd. Sie erreichen illusorische Höhen und empfinden die Sinnlosigkeit ihres Lebens stärker als andere. Ich werde dir jetzt eine Szene aus dem zukünftigen Leben beschreiben. Schreibe sie nieder, und möge sie sich verwirklichen!" …  "

 

Mahalo & Aloha

 

Angelina Pau Hana

Anastasie und die klingenden Zedern Russlands - Band 8 - Neue Zivilisation